Verstärkung für das Forstamt gesucht!

22.07.2022

Für das Forstamt Bad Schwalbach suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine qualifizierte und engagierte Persönlichkeit (w/m/d) als Forstwirtin / Forstwirt.

Zu ihren Aufgaben gehören: Mitarbeit in einer teilautonomen Arbeitsgruppe des Forstamtes

Ihr Profil:

  • Abgeschlossene Ausbildung im Ausbildungsberuf Forstwirtin/ Forstwirt
  • Gesundheitliche Eignung
  • Fachliche, handwerkliche und technische Kenntnisse und Fertigkeiten
  • Verständnis für wirtschaftliche und ökologische Zusammenhänge einschließlich Naturschutz und Landschaftspflege
  • Eigenverantwortung und Selbstständigkeit
  • Teamfähigkeit und Kooperationsbereitschaft
  • Offenheit für neue Entwicklungen auf dem Gebiet der Waldarbeit und Forsttechnik, insbesondere beim Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Idealerweise praktische Berufserfahrung

Wir bieten Ihnen ein interessantes Berufsfeld im Kreis von engagierten, innovativen Mitarbeitenden.

Zur Bewerbung sind alle Personen mit entsprechender Qualifikation zugelassen.

Die Eingruppierung erfolgt nach Entgeltgruppe 6 TV-Forst Hessen. Höhergruppierungsmöglichkeiten bestehen im Rahmen der tarif- und haushaltsrechtlichen Vorgaben. Bei entsprechender Eignung und einer Berufserfahrung von mindestens 2 Jahren besteht die Möglichkeit der Fortbildung zur Forstwirtschaftsmeisterin / zum Forstwirtschaftsmeister.

Wir möchten den Frauenanteil in diesem Berufsfeld erhöhen. Daher sind Bewerbungen von Frauen besonders erwünscht. Die Stellen sind grundsätzlich teilzeitgeeignet.

Als familienfreundlicher Arbeitgeber unterstützen wir Sie zudem bei einer familienfreundlichen Arbeitszeitgestaltung und bieten vielfältige Formen der Teilzeitbeschäftigung.

Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.
Ihre Bewerbung richten Sie bitte mit den üblichen Bewerbungsunterlagen, gerne auch per Mail ForstamtBadSchwalbach@forst.hessen.de, bis zum 13.08.2022 an HessenForst, Forstamt Bad Schwalbach, Gartenfeldstraße 32, 65307 Bad Schwalbach. Telefonische Auskunft erteilt Ihnen die Dienststelle (06124 7073-0).

Hohe Waldbrandgefahr in weiten Teilen Hessens

18.07.2022

Umweltministerium ruft erste von zwei Alarmstufen aus

Das Hessische Umweltministerium hat ab heute die erste von zwei Alarmstufen, Alarmstufe A, für die Forstverwaltung in Hessen ausgerufen. Die Aussicht auf ein Anhalten der Wetterlage ohne ergiebige landesweite Niederschläge macht diesen vorsorgenden Schritt erforderlich. Für die nächsten Tage besteht nach aktuellen Prognosedaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Hessen überwiegend hohe Waldbrandgefahr. Die für Mitte der Woche vorhergesagten, gewittrigen Niederschläge führen nach erster Einschätzung zu keiner anhaltenden Verbesserung der Situation.

Weite Teile Hessens sind seit Wochen ohne größere Niederschläge geblieben. Nach unterdurchschnittlichen Niederschlägen in den Monaten März, Mai und Juni setzte sich dieser Trend auch im Juli bislang fort. Bedingt durch das Andauern der trockenen Witterung bei gleichzeitig hohen Temperaturen verschärft sich die Waldbrandgefahr in ganz Hessen.

Bereits die schwierigen Bedingungen der Jahre 2018 bis 2020 mit umfangreichen Sturm-, Trocken- und Borkenkäferschäden haben den Wald stark belastet. Durch die aktuelle Witterung sind die Oberböden im Wald weitestgehend ausgetrocknet. Das inzwischen stark ausgetrocknete Kronenrestholz, Reisigmaterial und abgestorbene Bäume bilden in vielen Teilen des Landes ein leicht entzündbares Material.

Das Ministerium bittet daher alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher um erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit. Außerhalb der ausgewiesenen Grillstellen darf kein Feuer entfacht werden. Auf den Grillplätzen sollte darauf geachtet werden, dass kein Funkenflug entsteht und dass das Feuer beim Verlassen des Grillplatzes richtig gelöscht wird. Für die im Einzelfall erforderliche Schließung von Grillstellen in besonders brandgefährdeten Waldgebieten bzw. Waldrandbereichen wird bereits jetzt um Verständnis gebeten. Bereits bestehende Einschränkungen sind unbedingt einzuhalten. Im Ausnahmefall ist auch die vorübergehende Sperrung von Waldwegen und Waldflächen nicht ausgeschlossen.

Im Wald ist das Rauchen grundsätzlich nicht gestattet. Waldbrandgefahr geht auch durch entlang von Straßen achtlos aus dem Fenster geworfenen Zigarettenkippen aus.

Alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher werden zudem gebeten, die Zufahrtswege in die Wälder nicht mit Fahrzeugen zu blockieren. Pkws dürfen nur auf den ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden. Die Fahrzeuge sollten nicht über trockenem Bodenbewuchs stehen. Mit dem Ausrufen der zweithöchsten Alarmstufe wird unter anderem sichergestellt, dass die besonders gefährdeten Waldbereiche verstärkt überwacht werden. Die Forstverwaltung stellt zudem die technische Einsatzbereitschaft sicher und intensiviert den Kontakt zu den örtlichen Brandschutzdienststellen.

Wer einen Waldbrand bemerkt, wird gebeten, unverzüglich die Feuerwehr (Notruf 112) zu informieren.

Weitere Informationen zum Thema Waldbrandgefahr und den Alarmstufen finden Sie hier: https://umwelt.hessen.de/wald/klimastabiler-wald/waldbrandgefahr

Mehr Artenvielfalt im Hessischen Staatswald

01.07.2022

Umweltministerin Priska Hinz hat heute zusammen mit Stefan Nowack, Abteilungsleiter Waldentwicklung und Umwelt bei HessenForst im Staatswald bei Hofheim im Taunus die neue Naturschutzleitlinie für den Hessischen Staatswald vorgestellt.

„Wir schützen die Artenvielfalt und damit auch unser Leben und unsere Zukunft. Die neue Naturschutzleitlinie für den Hessischen Staatswald leistet genau das und ist bundesweit vorbildlich,“ sagte Umweltministerin Priska Hinz. „Der Schutz der Artenvielfalt wird bei der Waldbewirtschaftung zukünftig noch stärker berücksichtigt. Das weltweite Artensterben bedroht das Leben, wie wir es kennen. Es gilt neben der Klimakrise als die größte Bedrohung für die Menschheit. Deswegen unternehmen wir große Anstrengungen, bedrohte Arten zu schützen und Lebensräume wiederherzustellen. Dort, wo das Land als Eigentümer handelt, gilt das in besonderem Maße.“

„Die neue Naturschutzleitlinie stellt die konsequente Weiterentwicklung unserer bisherigen naturschutzfachlichen Ziele und Standards dar. Insbesondere die lokalen Naturschutzkonzepte werden den Naturschutz vor Ort noch einmal für die Öffentlichkeit transparenter und betrieblich operationaler gestalten. HessenForst dankt allen, die in dem breit angelegten Prozess der Weiterentwicklung mitgewirkt und mit ihren Beiträgen dafür gesorgt haben, dass das Werk in heutiger Form in dieser hohen Qualität vorliegt“, sagte Stefan Nowack, Leiter der Abteilung Waldentwicklung und Umwelt beim Landesbetrieb HessenForst.

Die vier Säulen der neuen Naturschutzleitlinie

  1. Mehr Habitatbäumen als Schlüssel der Artenvielfalt
Totholz Buche

Ein Kernstück der neuen Naturschutzleitlinie ist die Erhöhung der Anzahl an Habitatbäumen von bisher drei auf durchschnittlich zehn Bäume pro Hektar in Laubbaumbeständen über 100 Jahre. In Natura 2000-Schutzgebieten (Netz von Schutzgebieten innerhalb der EU) werden es sogar fünfzehn Bäume pro Hektar. Habitatbäume spielen eine entscheidende Rolle im bewirtschafteten Wald. Sie ergänzen sonst kaum vorhandenen Strukturen der Alters- und Zerfallsphasen eines Naturwalds. Habitatbäume sind daher in der Regel ältere Bäume, die besondere ökologische Merkmale, sogenannte Mikrohabitate, besitzen. Sie bieten Lebensraum für eine große Bandbreite an Arten. Abblätternde Rinde wird so als Wochenstube der Mopsfledermaus genutzt, Hirschkäfer siedeln sich in Totholz an und Baumhöhlen unterschiedlicher Größe bieten Platz etwa für Raufußkauz, Siebenschläfer oder Hohltaube.

  • Schutz seltener Tiere stärken
Schwarzstorch

Der Wald ist Lebensraum für viele Arten, die selten geworden sind und deswegen eines besonderen Schutzes bedürfen. Darunter sind Vogelarten und Waldfledermäuse, die besonders hohe Ansprüche an die Höhlen- und Nischenausstattung des Waldes stellen. Auch an dieser Stelle wird der Artenschutz in der neuen Naturschutzleitlinie durch eine Optimierung bestehender Regelungen gestärkt. Dazu gehören die Sicherung der Brut- und Setzzeit durch verkürzte Holzerntezeiträume, die Ausweitung von Horstschutzzonen für Großvögel wie den Schwarzstorch sowie spezifisch angepasste Schutzmaßnahmen für bedrohte Arten.

  • Wasserrückhalt für den Wald der Zukunft

Vor dem Hintergrund der Klimakrise wird für die Zukunftswälder die Verfügbarkeit von Wasser entscheidend sein. Der Wasserrückhalt im Wald ist daher neu in die Naturschutzleitlinie aufgenommen worden. Viele der enthaltenen Maßnahmen zielen darauf ab, Wasser im Wald möglichst lange zurückzuhalten: Feuchtwälder und insbesondere Waldmoore sind wichtige Kohlenstoffsenken und sollen revitalisiert werden. Besonderen Schutz erfahren als hochsensible Lebensräume Quellen, für die der Landesbetrieb HessenForst eine besondere Verantwortung übernimmt. Die Anlage und der Erhalt von Tümpeln und wasserführenden Gräben unterstützt Amphibien wie Feuersalamander und Gelbbauchunke.

  • Lokale Naturschutzkonzepte und Naturschutzkodex

Lokale Naturschutzkonzepte für die Forstämter, die alle zehn Jahre erarbeitet werden, bilden eine wichtige Säule für den künftigen Waldnaturschutz. In diesen Konzepten werden für jedes Forstamt ausgehend von einer Analyse der Arten, Lebensräume und Schutzgüter im Staatswald Handlungsfelder und Naturschutzmaßnahmen ausgearbeitet. Damit kann auf die unterschiedlichen Naturausstattungen und Schutzbedarfe in den verschiedenen Forstämtern konkret eingegangen werden.

Ausdruck des gelebten Naturschutzes im Hessischen Staatswald ist der Naturschutzkodex. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesbetriebs Hessen-Forst verpflichten sich, bei Entscheidungen und Maßnahmen im Wald immer auch die Wirkungen auf den Naturschutz im Blick zu haben. Ergänzt wurde der bereits seit 2020 bestehende Naturschutzkodex in der neuen Leitlinie durch praktische Auswirkungen auf den Arbeitsalltag des Landesbetriebs. Hierzu gehört auch das Controlling durch Kennzahlen, die zukünftig für alle messbaren Handlungsfelder erhoben werden.

Hintergrund:

2010 wurde die erste Naturschutzleitlinie für den Hessischen Staatswald veröffentlicht, die bereits wichtige Maßstäbe für den Naturschutz im Wald gesetzt hatte. Nach der Herausgabe der neuen Richtlinie für die Bewirtschaftung des Hessischen Staatswalds (RiBeS 2018), in der Biodiversität als neues Hauptziel verankert wurde, wurde 2020 – auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald –der Prozess zur Evaluierung und Erneuerung der Leitlinie angestoßen. In Facharbeitsgruppen aus Mitgliedern des Landesbetriebs, weiterer Behörden und externer Expertinnen und Experten wurde die neue Leitlinie entwickelt und nach einer Beteiligung von Naturschutzverbänden, Landesnaturschutzbeirat und Landesforstausschuss final abgestimmt.  

Jörg Winter im Ruhestand, Sebastian Merkel neuer Forstamtleiter. Produktionsleiter Wolf-Rüdiger Berends ebenfalls verabschiedet

27.06.2022

Generationenwechsel im Forstamt Schlüchtern: Jörg Winter (li.) übergibt das Forstamt
an Sebastian Merkel (2.v.li.), Karina Brasch übernimmt Produktionsleitung von Wolf-Rüdiger
Berends (re.)
Foto: HessenForst

Harald Dersch, HessenForst-Regionalleiter verabschiedete Forstamtsleiter Jörg Winter am 24.
Juni in den Ruhestand. Er dankte seinem Kollegen für die geleistete Arbeit und das
Engagement, mit dem Winter und sein Team das Forstamt durch die vergangenen
Extremjahre gebracht hat. „Die Verjüngung der Eiche und die Stabilisierung des
Waldökosystems waren meine forstlichen Schwerpunkte“, berichtete Winter und führte fort:
„Auch die Jagd gehört für mich ganz wesentlich zum Waldbau.“
Neuer Forstamtsleiter wird Sebastian Merkel. Merkel hat sein forstliches Studium an der
Albert-Ludwig-Universität in Freiburg im Breisgau absolviert. Nach dem Referendariat
sammelte er erste berufliche Erfahrungen im hessischen Umweltministerium. Von September
2018 bis Ende Mai 2022 war er Produktionsleiter im Forstamt Jossgrund. Zur Amtsübernahme
betonte Merkel: „Ich freue mich, hier in meiner Heimat gemeinsam mit dem gesamten
Forstamtsteam unseren heimischen Wald mit all seinen Facetten und den Ansprüchen an ihn
in Zeiten des Klimawandels zu begleiten. Das verträgliche Zusammenleben von Mensch und
Tier in der Natur sehe ich als zentrales Element an.“
Beinahe zeitgleich mit Winter geht auch der langjährige Produktionsleiter des Forstamts, Wolf-
Rüdiger Berends in den Ruhestand. Über 17 Jahre sorgte er im Forstamt mit großem
Engagement für die Organisation der Holzernte und der Holzvermarktung. In diese Fußstapfen
wird Karina Brasch treten, die sich nach ihrem Referendariat in Bayern bereits seit Ende 2021
im Forstamt einarbeiten konnte. Ihr Interesse gilt besonders dem Waldbau im Klimawandel.

Das Team vom Forstamt Schlüchtern wünscht seiner neuen Forstamtsleitung alles Gute und allseits eine gute Zusammenarbeit!

Schulungen – Motorsägenlehrgänge im Angebot

05.05.2022

Mit Freude dürfen wir nach längerer Pause wieder die Mobile Waldbauernschule in unserem Forstamt begrüßen. Nähere Informationen und wann welche Kurse in unserem Bereich stattfinden, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Die mobile Waldbauernschule bietet Ihnen, als hessischer Privatwaldbesitzer, ein regionales Schulungsangebot. Das Angebot gilt ebenfalls für Ihre Familienmitglieder und Helfende des Betriebs, sofern diese bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) mitversichert sind.

Im Forstamt Schlüchtern finden im Herbst folgende Schulungstage statt:

Natürlich können auch Angebote in den umliegenden Forstämtern wahrgenommen werden, wie z. B. im Forstamt Schotten oder Forstamt Fulda. Weitere Termine finden Sie in der Suchfunktion: https://www.hessen-forst.org/schulungen/

Alles Weiter zum Thema mobile Waldbauernschule ist hier zu finden: https://www.hessen-forst.org/post/aktuelles/mobile-waldbauernschule/

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an uns wenden.

Ihr Team vom Forstamt Schlüchtern

Ausbildung – Vorstellung Forstinspektoranwärter Leon Sass

02.05.2022

Mein Name ist Leon Sass, ich bin 23 Jahre alt und ich komme aus dem kleinen Städtchen Suhl im Thüringer Wald.

Sobald ich in meiner Heimat vor die Tür trat, stand ich sofort im Wald oder war nur 2 Minuten von diesem entfernt. Vor allem mit meinem Opa war ich als Kind viel im Wald unterwegs. Auch mein anderer Großvater prägte mich vor. Dieser besitzt ein Sägewerk in dem ich viele Stunden meiner Kindheit und Jugend verbracht hatte. Doch bis zur 11. Klasse hätte ich mir nicht träumen lassen, überhaupt in die Richtung Forstwirtschaft zu gehen. Generell war bei mir kein direkter Berufswunsch ausgeprägt. Durch Zufall begann mein Bester-Freund mit der Jagdausbildung. Er schwärmte vom erlangten Wissen über das Wild, den Wald und die Natur. So erwachte in mir eine starke Neugier und die Studienberatung empfahl mir ein Praktikum im Forst. Nach dem freiwilligen Praktikum war mir klar: “Ich will Förster werden!“

So begann ich nach dem Abitur 2017 mein Forststudium an der FH Erfurt. Das Studium selbst und die weiteren Praktika im Thüringer Wald festigten meinen Wunsch immer mehr. Während des Studiums erwarb ich meinen Jagd-, Angel- und Sägenschein und baute somit mein Wissen weiter aus. Kurz vor dem Bachelorabschluss 2021 eröffnete sich jedoch die Möglichkeit, das Sägewerk meines Großvaters fortzuführen. Ich wagte den Schritt und übernahm das Werk. Die Arbeit mit dem Werkstoff Holz machte riesen Spaß. Doch jeden Tag war es der gleiche Ablauf und auch die Aufträge fehlten, da wir sie mit der alten Technik nicht bearbeiten konnten. Auf neue Maschinen hätten wir zu lange warten müssen. Auch stellte ich fest, dass mir etwas fehlte. Die Abwechslung und die Nähe zur Natur, die mir doch so sehr am Beruf des Försters gefiel, hat gefehlt.

So entschloss ich mich nach kurzer Überlegung für eine Bewerbung zum Anwärterdienst bei HessenForst. Egal mit wem man sprach, jeder konnte nur Gutes über die Ausbildung in Hessen sagen. Auch nach der Berufsmesse an der FH hat HessenForst bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Seit April 2022 bin ich nun Forstoberinspektoranwärter und freue mich auf die sehr lehrreiche Ausbildung.

Ausbildung – Vorstellung Forstinspektoranwärterin Johanna Heinz

Hallo, mein Name ist Johanna Heinz. Ich bin 25 Jahre alt und komme aus Grebenau.  

Nach dem Abitur 2016 habe ich ein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) im Forstamt Burghaun absolviert. Dies war für mich der Startschuss für den grünen Beruf als Förster, den sowohl mein Vater als auch mein Opa bereits ausgeübt haben. Nach dem FÖJ ging es im Oktober 2017 für ein Forstwirtschaftsstudium an die Fachhochschule nach Erfurt. Während des Studiums erlangte ich meinen Jagdschein. Innerhalb der 7 Semester Regelstudienzeit wurde immer klarer, dass der Weg mit dem Abschluss des Studiums noch nicht beendet ist, sondern der Anwärter nach erfolgreichem Bachelor zur vollständigen Ausbildung angestrebt wird.

Nach dem Studium im März 2021 habe ich ein halbes Jahr das Forstamt Romrod bezüglich des Borkenkäfers mittels Borkenkäfermonitoring unterstützt. Weiterhin arbeitete ich danach ein halbes Jahr bei den Hohenzollern Forstdiensten in Sigmaringen als Maschineneinsatzleiterin.

Seit April 2022 bin ich Forstoberinspektoranwärterin im Forstamt Schlüchtern. Ich freue mich sehr auf dieses lehrreiche Jahr in der Heimat.  

Von der Schreinerwerkstatt in den Wald – Leon Murray über seine Entscheidung, Förster zu werden

16.03.2022

Aktuell gibt es – zeitlich begrenzt – eine personelle Verstärkung im Forstamt Langen: Leon Murray, Student der Forstwirtschaft in Göttingen, absolviert derzeit für mehrere Monate sein Pflichtpraktikum im Wald des Landkreises Offenbach. Hier berichtet der 25-jährige über seinen bisherigen Lebensweg und wie er zu seinem Traumberuf gefunden hat:

Ursprünglich wollte ich nach meinem Abitur 2014 Produktdesign studieren. Zunächst allerdings brauchte ich Abstand von der Schulbank. Daher entschied ich mich recht schnell für eine handwerkliche Schreinerlehre, die mir später auch für das Designstudium hilfreich sein sollte.

Am Ende kam es aber doch anders.

Während der Ausbildung zum Schreiner wuchs mein Interesse am Ursprung des Werkstoffes Holz stetig. Gepaart mit meiner Liebe zur Natur war für mich irgendwann klar: Darüber möchte ich mehr erfahren! Also entschloss ich mich zu einem sechswöchigen Praktikum im schönen Pfälzer-Wald. In dieser Zeit habe ich viel Spannendes über die Arbeit im Wald und über die forstliche Ausbildung erfahren.

Im Anschluss daran arbeitete ich noch einige Jahre als Schreinergeselle. Aber der Wunsch, Förster zu werden, lies mich nicht mehr los. Und so wagte ich 2019, nach einer längeren Reise durch Europa, den Schritt ins Studentenleben – eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereut habe!

Was ich besonders schätze: das Forstwirtschaftsstudium ist dank zahlreicher Exkursionen sehr praxisorientiert. Und die breit gefächerten Studieninhalte vermitteln ein gutes Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur. Neben Botanik und Wildbiologie gehört natürlich der Waldbau dazu, mit unseren Baumarten und deren besonderen Ansprüchen an Standort und Klima. Auch die Frage, wie der Rohstoff Holz nachhaltig geerntet werden kann, ohne Nachteile für künftige Generationen, ist wesentlicher Bestandteil der Lehre. Grundlagen der Betriebswirtschaft und des Zivilrechts gehören ebenso dazu wie Naturschutz, Umweltbildung und Bodenkunde. Die Aufzählung ist längst nicht vollständig – Meteorologie, Vermessungskunde und Wegebau sind, neben anderen Fächern, gleichfalls Inhalte des Studiums. Es ist wirklich eine ausgesprochen vielseitige und interessante Ausbildung!

Bild: HessenForst – Forststudent Leon Murray mit seiner Hündin Tarya beim Vermessen von Brennholz

Als gebürtigen Egelsbacher hat es mich nun für mehrere Monate zum Pflichtpraktikum wieder in die Heimat und an das Forstamt Langen verschlagen, wo ich derzeit tiefere Einblicke in den aktiven Revierdienst erhalten darf. Ich freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich dabei etwas Gelerntes in natura sehe und die Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis herstellen kann.

Der Beruf der Forstleute entspricht heute nicht mehr dem traditionellen Bild des „Grünrocks“, der mit Tabakspfeife, Dackel und Gewehr durch die Wälder spaziert. Es ist vielmehr ein höchst aktueller Beruf, der modernster Technik wie GPS und Tablet-PCs bedarf, um alle Arbeiten zu koordinieren und zu dokumentieren.

In meiner Ausbildung habe ich gelernt, dass der Wald ein sehr komplexes Ökosystem ist, welches für uns Menschen aus verschiedenen Gründen unverzichtbar ist. Er stellt uns Holz als Baumaterial und Energieträger zur Verfügung, schützt das Grundwasser und unsere Böden, dient unserer Erholung und vieles mehr.

Gerade in Zeiten von Klimawandel und damit verbundenen extremen Wetterereignissen ist im Wald mehr zu tun als je zuvor. Ich bin selbst traurig und schockiert über den aktuellen Zustand unserer Wälder. Aber ich freue mich darauf, nach Abschluss des Studiums meinen Anteil zur Regeneration beitragen zu können – damit auch die nächsten Generationen den Wald in all seinen Facetten genießen können.

Neuer Mitarbeiter – Vorstellung Forstwirtschaftsmeister Aaron Brünig

01.03.2022

Hallo mein Name ist Aaron Brünig, ich komme gebürtig aus Linsengericht/ Altenhaßlau und bin 27 Jahre alt. Meine Ausbildung zum Forstwirt habe ich im August 2012 im Forstamt Hanau – Wolfgang begonnen und nach 3 Jahren erfolgreich abgeschlossen. Nach der Abschlussprüfung wurde ich in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen und konnte weiterhin heimatnah arbeiten.

Nach 5 Jahren Tätigkeit als Forstwirt, wollte ich mich weiterentwickeln und bewarb mich auf eine Ausbildungsstelle als Forstwirtschaftsmeister. Im Dezember 2021 konnte ich diese Weiterbildung abschließen und arbeitete noch bis Anfang Februar 2022 im Forstamt Hanau als Forstwirt, bevor ich dann am 07. Februar meinen ersten Arbeitstag als Meister in Schlüchtern antrat.

Das Interesse am Wald wurde bei mir bereits im frühen Alter durch die Jagd und die damit anfallenden Arbeiten im Wald geweckt. Ich absolvierte diverse Schulpraktika welche immer etwas mit Forst und Wald zu tun hatten. 2016 löste ich meinen ersten Jagdschein und konnte somit auch auf der Arbeit zeitweise mein Hobby ausleben. Des Weiteren kam im Jahr 2017 ein Deutscher Wachtelhund ins Haus, den ich jagdlich einsetze und der mich täglich auf der Arbeit begleitet.

Mein Einsatzgebiet als Meister erstreckt sich über das Staatswaldrevier Salmünster sowie den Gemeindewald Bad Soden – Salmünster, Stadtwald Wächtersbach und den Gemeindewald Brachttal. In meinen ersten Monaten im Forstamt Schlüchtern, bin ich sehr freundlich empfangen worden und habe bereits viele nette Kolleginnen und Kollegen kennenlernen dürfen. Ich freue mich weiter auf eine gute Zusammenarbeit und die neuen Aufgaben die auf mich zukommen.

Unser Wald im Klimawandel

07.12.2021

Wer mit offenen Augen durch unseren Wald geht, kann seit einiger Zeit fast überall ungewöhnlich viele geschädigte oder abgestorbene Bäume erkennen.

Waldflächen liegen brach, die dürren Reste abgestorbener Kiefern ragen in den Himmel, und auch Baumarten wie Buche und Birke sind sichtbar beschädigt. „Die Folgen der Stürme und die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit der letzten 3 Jahre sind im Rhein-Main-Gebiet allgegenwärtig“, fasst Melvin Mika, Leiter des Forstamtes Langen die Chronologie jener Ursachen zusammen, die dem Wald so arg zusetzen. Die Schäden sind nicht mehr überschaubar. Mika geht davon aus, dass Jahre mit Wetter-Extremen künftig immer häufiger auftreten.

Foto: S. Neubrandt/ HessenForst

Traurige Ursache hierfür: Der Klimawandel lässt nicht nur in entfernten Regionen der Erde den Meeresspiegel ansteigen oder führt zur Ausbreitung von Wüsten – er zeigt sich mittlerweile auch vor unserer eigenen Haustür. Die trocken-heißen Sommer der letzten Jahre haben dem Wald deutschlandweit stark zugesetzt. Darüber hinaus konkurriert der Mensch mit dem Wald zunehmend um das Wasser im Boden. Vor allem im Ballungsraum ist der Wasserverbrauch so hoch, dass die Grundwasserspeicher stark strapaziert werden. Unsere heimischen Baumarten, über Jahrtausende an ein kühleres und feuchteres Klima angepasst, können mit der rapiden Temperaturzunahme und dem Wassermangel nicht Schritt halten.

Das veränderte Klima schwächt die Bäume und macht sie anfällig für Schädlinge. Selbst unsere Wärme und Trockenheit ertragenden Kiefern und Eichen, denen für den Wald der Zukunft eine tragende Rolle zugedacht war, zeigen heute massive Krankheitssymptome. Es ist schwer vorauszusagen, welche Baumarten langfristig mit den geänderten Klimabedingungen zurechtkommen, denn diese Situation ist auch in der langen Tradition der Forstwirtschaft völlig neu.

Der Landesbetrieb HessenForst entwickelt nun Konzepte für die Wiederbewaldung der Schadflächen, denn hier sollen bald wieder Bäume wachsen. Allein 2020 wurden dafür fünf Millionen Bäume gepflanzt. „Wir setzen auf Risikostreuung. Wir wissen nicht genau, wie sich das Klima entwickeln wird, und welche Baumarten sich unter welchen Bedingungen tatsächlich als anpassungsfähig erweisen“, erläutert Mika.

Ein vielfältiger und widerstandsfähiger Wald soll entstehen, der das Treibhausgas CO2 speichert, der Bevölkerung Raum zur Erholung bietet und auch in Zukunft hochwertiges Trinkwasser sowie den nachhaltigen Rohstoff Holz liefert. Um besser gerüstet zu sein soll auf den jeweiligen Schadflächen ein Mischwald mit mindestens drei unterschiedlichen klimastabilen Baumarten heranwachsen, von denen jede Art mindestens zehn Prozent Anteil am künftigen Waldbestand hat.

Die Ausgangssituation für die Wiederbewaldung ist ebenso vielfältig, wie der Wald von morgen sein wird. Für jede Fläche entscheiden die Forstleute individuell, welche Baumarten in Kombination von natürlicher Aussaat und aktiver Nachpflanzung am sichersten zu einem zukunftsfähigen Wald führen. Wo rund um kleinere Schadflächen Baumarten stehen, denen man im Klimawandel gute Chancen ausrechnet, lassen die Forstleute der Natur freien Lauf. Diese Bäume liefern das Saatgut für die nächste Waldgeneration.

Auf manchen der geschädigten Flächen hat sich hier und da bereits die neue Waldgeneration aus Birken und anderen Pionier-Baumarten eingefunden. An manchen Stellen tut sich die natürliche Verjüngung jedoch schwer. Hier hilft das Forstamt Langen nach und ergänzt den Wald der Zukunft mit Arten, die zum Standort der jeweiligen Fläche passen.

Foto: L. Postl/HessenForst – Mischbaumarten ergänzen die Naturverjüngung

Auf größeren Freiflächen entsteht der Wald von Morgen vor allem durch Pflanzung. Neben den bisherigen Hauptbaumarten Eiche, Buche und Kiefer sollen dabei vermehrt Baumarten wie Vogelkirsche, Esskastanie und Linde beim Aufbau klimarobuster Mischwälder helfen.

Vor den Forstleuten liegt eine Mammutaufgabe. All diese Flächen mit ihrem vielfältigen Jungwuchs müssen insbesondere in den frühen Jahren (kosten-) intensiv begleitet werden, sei es durch Schutz vor Wildverbiss, Zurückdrängen von Gräsern und Brombeerhecken, oder durch das Herauspflegen der zukunftsfähigen Baumarten.

Foto: I. Husermann/ HessenForstZäune schützen die Pflanzen vor dem Verbiss durch Wild

Viel ist schon gesagt und geschrieben worden über die existenzielle Bedeutung des Waldes, nicht nur für uns Menschen. In unserem Forstamt, das den gesamten Stadt- und Landkreis Offenbach betreut, profitieren ca. 500.000 Menschen vom Schutz des Waldes, oftmals, ohne dies wirklich wahrzunehmen. Ob der Wald auch in Zukunft in der Lage sein wird, uns zu schützen, das hängt vor allem von unserem eigenen Verhalten ab. Letztlich liegt es an jedem Einzelnen, seiner Verantwortung in Sachen Klimaschutz nachzukommen. Davon freimachen kann sich niemand.