Was ist los im Wald?

20.08.2020

Die neuen Weilroder Förster vor großen Aufgaben,
Wiederbewaldung der Borkenkäferbestände
(Foto: Bhavana Kaiser)


Große Container-LKW sind in Weilrod eher selten auf der Straße zu sehen. Die Versorgungsfahrzeuge der Lebensmittelhändler, der eine oder andere Baustellen-LKW sind eher die Ausnahme in unserer ländlichen Gemeinde. Seit Sommer letzten Jahres hat sich dieses beschauliche Bild verändert. Container-LKW fahren in die entlegensten Winkel und gefühlt in jede noch so kleine Sackgasse. Ziel ist immer ein Verladeplatz im Wald auf dem die Container mit Käferholz befüllt werden. Die vollen Container-LKW machen sich auf den Weg zum nächsten Hafen und von dort geht das Holz auf die Reise nach China.

Die Dürre der vergangenen 2 Jahre hat den Wäldern schwer zugesetzt. Vor allem Fichten mit ihren flachen Wurzeln leiden unter Wassermangel. Betroffen ist nicht nur der Wald im Taunus, betroffen sind die Wälder in ganz Europa.

Egal wie fleißig Forstwirte und Förster sind, überall sieht man rote Fichtenspitzen aus dem Weilröder Wald ragen. Auch hier waren Borkenkäfer am Werk, die den verdurstenden Fichten den Gar ausmachen. In großer Zahl stürzen sich die kleinen braunen Käfer auf die verführerisch duftenden, schwachen Fichten und legen ihre Eier zwischen Baum und Borke ab. Dabei kann ein Weibchen in trockenen, warmen Jahren wie 2018, 2019 und 2020 zwischen 100 000 und 250 000 hungrige Nachkommen haben. Zurück bleiben tote Bäume und hohe Stapel mit Käferholz an den Waldwegen.

Vor allem entlang der Waldwege und öffentlicher Straßen müssen Forstwirte und Förster handeln. Das Stichwort ist „Verkehrssicherung“. Abgestorbene Bäume an Wegen können gefährlich sein. Ihr Holz zersetzt sich und sie verliert Stabilität, letztendliche können sie unkontrolliert umstürzen. Wenn es schlecht läuft genau in dem Moment wo Waldbesucher in der Nähe sind. „Deshalb werden gerade so viele Waldwege gesperrt“ erklärt Förster Felix Meyer.





Gleichzeitig appelliert er an alle WaldbesucherInnen: “Bitte respektieren Sie die Absperrungen. Auch wenn gerade keine Säge zu hören und kein Forstwirt zu sehen ist. Wir bemühen uns so schnell wie möglich die Sperrungen aufzuheben. Leider sind wir nicht die einzigen die gerade mit diesen Problemen beschäftigt sind. Überall werden Forstwirte und Maschinen gesucht. Manchmal gehen die Arbeiten nicht so zügig wie wir es uns wünschen.“

Felix Meyer (links), RL Rod a. d. Weil und Michael Knebel (rechts), RL Weilnau
(Foto: Bhavana Kaiser)



Die nächste Aufgabe die vor den Fachleuten liegt ist, ist die Aufforstung der großen kahlen Flächen. „Wir haben schon damit begonnen neuen Wald zu pflanzen,“ meint Michael Knebel mit sorgenvollem Blick zum wunderschönen blauen Himmel. Auch dieses Jahr ist wieder extrem trocken.

„Das Brennholz wird über all diese Arbeiten nicht vergessen“ versprechen die beiden Förster.

„Wer Brennholz möchte bestellt es direkt bei der Gemeinde bis zum 30. September. Im Laufe des Winters werden wir die Bestellungen abarbeiten.“ Einen Bestellvordruck mit den Aktuellen Preisen gibt es auch im Internet auf der Seite der Gemeinde Weilrod.