Hipster sind leider keine Förster

27.06.2022
Unsere gut gekleideten Hipster-Förster vom Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus
von links nach rechts: Revierleiter D. Behrendt und A. Garth mit Dackel Rudi (Bild: M. Michael)

Ein Förster zu werden war schon als Kind mein Traumberuf. Entstanden ist dieser Wunsch, weil ich immer sehr ländlich gewohnt habe. Als ich mich 2016 entschied, ein Forstrevier in der Nähe der Landeshauptstadt zu übernehmen, war die Freude sehr groß. In Taunusstein leben, aber Wiesbaden direkt vor der Haustür. Also los und das Revier kennenlernen und die Landeshauptstadt natürlich auch. Je öfter ich in Wiesbaden war, umso mehr kam mir der Gedanke „Mensch gibt es hier viele Förster, und wie gut gekleidet die alle sind!“ Bart akkurat geschnitten, Holzfällerhemd und Dackel an der Leine.














Bienenhaltungskästen von A. Garth (Bild: M. Michael)

Wenn man in Kneipen den Gesprächen lauscht, geht es um autarkes Leben mit Hühnerhaltung, Dackelerziehung (die meiner Ansicht nach nicht funktioniert) Bienenbeuten auf Zander oder Dadant (Bienenhaltungskästen). Alles Sachen, die ich auch in meiner Freizeit mache und auch viele Kollegen betreiben.

Doch dann die Ernüchterung. Es sind keine Kollegen, sondern sogenannte Hipster*! Deshalb mein Appell an alle unentschlossenen jungen Leute: Der Schein trügt. Wenn ihr glaubt: „Es gibt genug Förster, es lohnt nicht, das zu studieren!“, dann ist das falsch. Der Wald braucht euch und eure kreative Ideen.




*Hipster= jemand, der über alles, was modern ist, Bescheid weiss oder in alles Moderne eingeweiht ist