Erhöhte Waldbrandgefahr – Was Waldbesuchende tun können

19.07.2022

Das Frühjahr und der bisherige Sommer waren in vielen Teilen Hessen und so auch im Bereich des Forstamtes Jesberg ausgesprochen niederschlagsarm und sehr warm. Die Wasservorräte in den Waldböden und der Vegetation haben stark abgenommen. Kleinere Regenschauer haben lediglich die oberen Zentimeter des Bodens durchfeuchtet und haben somit keinen langfristigen Effekt.

Der Wald ist durch den Klimawandel geschwächt: Die Trockenheit der letzten Jahre, Stürme und der Borkenkäfer haben ihm stark zugesetzt. Reisig und Laub sowie abgestorbene Bäume des Vorjahres sind inzwischen stark ausgetrocknet und somit leicht entzündbares Material.

Das Hessische Umweltministerium hat gestern die erste von zwei Alarmstufen, Alarmstufe A, für die Forstverwaltung in Hessen ausgerufen. Die Aussicht auf ein Anhalten der Wetterlage ohne ergiebige landesweite Niederschläge macht diesen Schritt erforderlich. Für die nächsten Tage besteht nach aktuellen Prognosedaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Hessen überwiegend hohe Waldbrandgefahr. Die für Mitte der Woche vorhergesagten, gewittrigen Niederschläge führen nach erster Einschätzung zu keiner anhaltenden Verbesserung der Situation.

Der Landesbetrieb HessenForst appelliert daher an die Waldbesuchenden beim Besuch des Waldes besonders aufmerksam zu sein. Jeder kann mithelfen Waldbrände zu vermeiden.

Es gibt einige wenige – dafür aber sehr wichtige – Punkte, die man als Waldbesuchender beachten muss.

Folgende Verhaltensregeln gelten bei der aktuellen Waldbrandgefahr:

  • Grillen: In besonders brandgefährdeten Waldgebieten bzw. Waldrandbereichen kann es zur Sperrung von Grillplätze kommen. Außerhalb offizieller Grillstellen darf keinesfalls Feuer entfacht werden. Sollten Grillplätzen nicht gesperrt sein, muss darauf geachtet werden, dass kein Funkenflug entsteht und dass das Feuer beim Verlassen des Grillplatzes vollständig gelöscht wird.
  • Rauchen im Wald ist grundsätzlich verboten. Brennende Zigarettenstummel dürfen nicht weggeworfen werden – auch nicht aus dem Autofenster.
  • Glasscherben, z.B. von kaputten Glasflaschen können wie ein Brennglas wirken und ein Feuer auslösen. Deshalb verbietet es sich, Flaschen im Wald liegenzulassen.
  • Wege zu den Wäldern müssen frei bleiben– sie sind wichtige Feuerwehrzufahrten und Rettungswege für Einsatzfahrzeuge. Pkws sind deshalb ausschließlich auf den ausgewiesenen Parkplätzen abzustellen. Die Fahrzeuge dürfen nicht über trockenem Bodenbewuchs stehen, da sich dieser entzünden kann.

Auch die vorübergehende Sperrung von Waldwegen und -flächen ist nicht ausgeschlossen. Für diese Maßnahmen bittet HessenForst die Bevölkerung bereits jetzt um Verständnis.

Nach aktuellem Stand gab in Hessen bislang rund 65 Waldbrände mit einer Schadfläche von etwa 10 Hektar. Während der letzten Woche war es witterungsbedingt wieder zu einer Zunahme der Waldbrandaktivität gekommen.

Wer einen Waldbrand oder Rauchentwicklung bemerkt, sollte sofort die Feuerwehr (Notruf 112) informieren. Wer dafür ein Smartphone nutzt, ermittelt möglichst über die App „Hilfe im Wald“ den nächstgelegenen Rettungspunkt und teilt ihn den Rettungskräften mit. So können diese den Einsatzort noch schneller auffinden. Zusätzlich zur Feuerwehr sollte auch das örtlich zuständige Forstamt und –sofern bekannt- der zuständige Revierleiter informiert werden.

Leider kommt es auch immer wieder zu vorsätzlicher Brandstiftung, wie aktuell im Raum Frankfurt/Offenbach. Waldbesuchende werden deshalb zu besonderer Aufmerksamkeit aufgerufen!

Für Rückfragen steht Ihnen das Forstamt Jesberg unter der Rufnummer 06695 96130 gerne zur Verfügung.